LRS Fortsetzung
Nun ja das verwächst sich alles – stimmt! Die Anforderungen bezogen auf Diktat wird von Leistungsstufe zu Leistungsstufe (Klasse zu Klasse) immer geringer. später werden in Deutschaufgaben Punkte abgezogen aufgrund fehlerhafter Rechtschreibung – d.h. der Schüler hat den Inhalt richtig – die Rechtschreibung falsch und kann somit nicht auf eine volle Punktzahl kommen – Ist dies gerecht?
Legasthenie verwächst sich nicht – auch nicht in der Pubertät. Erwachsene Legastheniker versuchen nur das Lesen und Schreiben zu vermeiden. Dies geht halt nicht immer – wenn es dann nicht mehr vermieden werden kann, kommt es zu Problemen, die weit umfangreicher und tiefer sind als die ursprüngliche Legasthenie. Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung (Artikel 28 der UN-Kinderrechtskonvention) – dies bedeutet aber auch, dass jedes Kind ein Recht auf das Erlernen von „Lesen und Schreiben“ hat. Denn durch lesen und schreiben können wir an den gesellschaftlichen Prozessen teilnehmen und ein eigenständiges und selbst bestimmendes Leben führen.
Richtig problematisch wird dies, wenn es sich zusätzlich um einen Zappelphilipp handelt – oder wie es heute heißt „AD(H)S“. ADS`ler haben unter anderem eine recht geringe Frustrationstoleranz und eine geringe Motivation fuer Arbeiten die keinen Spaß machen. Halten Sie sich dies nun mit einer LRS / Legasthenie vor Augen. Lesen und Schreiben macht keinen Spaß – der Ärger zu Hause und in der Schule sind bereits vorprogrammiert. Es kommt nun zu mehr Unfug, Ärger und Vermeidung, was die Lehrer und die Eltern oftmals zur Aufgabe bringt. Der Teufelskreislauf hat dann bereits begonnen, sich zu schließen. Das Kind erfährt Ablehnung und Aufgabe – jeder sieht den Betroffenen lieber von hinten als von vorne.
Muss das sein? Sicherlich nicht! Vor allem jedoch steht das Grundverständnis über die Phänomene AD(H)S und Legasthenie / LRS – dies sowohl bei Eltern als auch in der Schule. Ebenso eine Erkenntnis über die Auswirkungen des familiären Systems auf das Kind. Ändert sich das System so ändert sich auch das Kind. Aufgeben oder Annehmen? Aufgeben würde bedeuten das Kind so zu nehmen wie es ist und die Auswirkungen still und frustriert zu akzeptieren. Annehmen heißt aber nicht hinnehmen, sondern lenken und führen mit Zuneigung, Liebe und Wertschätzung. So erhalten viele Kinder eine Strategie fuer das weitere Leben.

